Antwort
Der Röntgen-Thorax wird immer nach demselben Schema befundet, damit nichts übersehen wird. Zuerst Patientendaten und Bildqualität, dann systematisch von außen nach innen.
Klinik
Dann systematisch nach dem Merkwort ABCDE: A für Atemwege mit Trachea in Mittelstellung und Bifurkation; B für Bones und Weichteile mit Rippen, Klavikeln, Wirbelsäule, Hautemphysem und Mammaschatten; C für Cor mit dem Herz-Thorax-Quotienten, der posterior-anterior unter 0,5 liegen muss, sowie Herzkonfiguration und Mediastinum; D für Diaphragma mit Zwerchfellstand — rechts etwa 2 Zentimeter höher wegen der Leber —, freien Randwinkeln und der Frage nach freier Luft unter dem Zwerchfell; E für alles Übrige mit Lungenfeldern im Seitenvergleich, Gefäßzeichnung, Hili, Pleura sowie Fremdmaterial wie Kathetern, Tubus, Drainagen und Schrittmacher.
Diagnostik
Qualitätsprüfung anhand von vier Kriterien: Aufnahmetechnik — Standard ist posterior-anterior im Stehen bei tiefer Einatmung; Belichtung — die Brustwirbelkörper müssen hinter dem Herzschatten gerade noch abgrenzbar sein; Inspirationstiefe — die sechste Rippe vorn oder die zehnte hinten sollte das Zwerchfell schneiden; Rotation — die Dornfortsätze müssen mittig zwischen den Schlüsselbeinenden liegen.
Therapie
Typische Befunde: Infiltrat mit positivem Bronchopneumogramm bei Pneumonie; Kerley-B-Linien, Umverteilung nach oben und Schmetterlingsödem bei Stauung; Erguss mit ansteigender Damoiseau-Linie; Pneumothorax mit Pleuralinie und fehlender peripherer Gefäßzeichnung; Rundherd; verbreitertes Mediastinum.
Merke
Das Silhouettenzeichen ist der nützlichste Kniff: Verschwindet eine normalerweise sichtbare Kontur, liegt die Verdichtung im direkt angrenzenden Gewebe. Ein aufgehobener rechter Herzrand bedeutet Mittellappen, ein aufgehobener rechter Zwerchfellrand bedeutet Unterlappen. Und im Liegen ist das Bild nur eingeschränkt beurteilbar — Ergüsse und kleine Pneumothoraces werden regelmäßig übersehen.