Antwort
Die Untersuchung beginnt mit Vorstellung, Erklärung und Einverständnis — und mit der Händedesinfektion. Erst danach wird der Patient berührt.
Klinik
Bei fremdsprachigen Patienten wird ein Dolmetscher hinzugezogen; Angehörige, insbesondere Kinder, sind dafür keine geeigneten Übersetzer. Bei intimen Untersuchungen — rektal, gynäkologisch, genital — wird der Grund erklärt und eine Begleitperson angeboten.
Diagnostik
Während der Untersuchung: jeden Schritt vorher ankündigen, schmerzadaptiert vorgehen und die schmerzhafte Region zuletzt untersuchen, laut denken, damit der Prüfer die Systematik erkennt, den Patienten beobachten und regelmäßig fragen, ob es auszuhalten ist.
Therapie
Der Ablauf im Einzelnen: anklopfen, eintreten, Blickkontakt herstellen, sich mit Namen und Funktion vorstellen, den Patienten mit Namen und Titel ansprechen und seine Identität abgleichen. Erklären, was untersucht werden soll und warum, und ausdrücklich um Einverständnis bitten. Fragen, ob und wo Schmerzen bestehen. Für Rahmenbedingungen sorgen: Tür schließen, gegebenenfalls Sichtschutz, angenehme Raumtemperatur, gute Beleuchtung, den Patienten fragen, ob eine Begleitperson bleiben soll. Nur so weit entkleiden lassen wie nötig und nicht länger als nötig. Hände desinfizieren und anwärmen, ebenso das Stethoskop. Sich auf Augenhöhe begeben, den Untersuchungstisch auf passende Höhe bringen.
Merke
Die zwei Dinge, die am häufigsten vergessen werden und immer auffallen: die Händedesinfektion und das Einholen des Einverständnisses. Beide kosten zusammen zwanzig Sekunden. Ohne wirksame Einwilligung ist jede Untersuchung rechtlich eine Körperverletzung — auch die fachlich einwandfreie.