Antwort
Die Anspannung der Bauchdeckenmuskulatur bei der Palpation. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen willkürlicher und unwillkürlicher Anspannung.
Klinik
Die willkürliche Abwehrspannung entsteht aus Angst, Kälte oder Kitzligkeit. Sie lässt sich durch Ablenkung, warme Hände, angewinkelte Beine und langsames Palpieren im Gespräch auflösen. Die unwillkürliche Abwehrspannung ist ein Reflex: Die Schmerzafferenz vom gereizten parietalen Peritoneum wird im Rückenmark auf motorische Vorderhornzellen umgeschaltet, die die darüberliegende Muskulatur anspannen. Sie ist nicht willentlich zu lösen und beweist eine peritoneale Reizung.
Diagnostik
Lokalisierte Abwehrspannung spricht für eine umschriebene Peritonitis, etwa bei Appendizitis oder Cholezystitis. Generalisierte Abwehrspannung mit brettharter Bauchdecke spricht für eine diffuse Peritonitis, etwa bei Hohlorganperforation, und ist eine Operationsindikation.
Komplikationen
Sie kann fehlen, obwohl eine Peritonitis besteht: bei alten Menschen, unter Immunsuppression und Kortison, bei Adipositas, in der Schwangerschaft und bei querschnittgelähmten Patienten.
Merke
Ein weicher Bauch schließt eine schwere intraabdominelle Erkrankung nicht aus. Bei retroperitonealen Prozessen wie Pankreatitis oder rupturiertem Aortenaneurysma fehlt sie regelhaft.