Antwort
Die Nebenwirkungen ergeben sich unmittelbar aus der Blockade der Beta-Rezeptoren: kardial über Beta-1, bronchial und metabolisch über Beta-2.
Diagnostik
Der wichtigste Punkt beim Diabetiker: Betablocker verschleiern die Warnzeichen der Unterzuckerung — Zittern, Herzrasen und Unruhe fallen weg, das Schwitzen bleibt erhalten. Bei rezidivierenden Hypoglykämien ist das ein ernstes Problem.
Therapie
Kontraindiziert bei höhergradigem AV-Block, Bradykardie unter 50, akut dekompensierter Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock, schwerem Asthma und beim kokaininduzierten Infarkt.
Komplikationen
Kardial: Bradykardie, AV-Blockierungen, Blutdruckabfall, Verschlechterung einer akut dekompensierten Herzinsuffizienz. Pulmonal: Bronchospasmus bei Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, vor allem bei nicht selektiven Substanzen. Peripher: kalte Hände und Füße, Verschlechterung einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und eines Raynaud-Phänomens. Zentral: Müdigkeit, Leistungsminderung, Schlafstörungen mit lebhaften Träumen, depressive Verstimmung — besonders bei lipophilen Substanzen wie Metoprolol und Propranolol, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Weiter erektile Dysfunktion, Gewichtszunahme, ungünstige Wirkung auf Blutfette und Glukosetoleranz.
Merke
Der gefährlichste Fehler ist das abrupte Absetzen: Durch die Hochregulierung der Rezeptoren kommt es zum Rebound mit Tachykardie, Blutdruckkrise, Angina pectoris und Infarktgefahr. Betablocker werden immer ausgeschlichen. Und beim chronisch herzinsuffizienten Patienten wirken sie prognoseverbessernd, obwohl sie akut die Kontraktilität senken — sie werden dort einschleichend und in Trockengewicht begonnen.