Antwort
Die typischen Nebenwirkungen erklären sich alle aus dem Wirkmechanismus: Hemmung des Angiotensin-Converting-Enzyms mit weniger Angiotensin II und Aldosteron, zugleich verzögertem Abbau von Bradykinin.
Diagnostik
Ein Kreatininanstieg bis etwa 30 Prozent nach Therapiebeginn ist zu erwarten und kein Grund zum Absetzen; er zeigt die erwünschte Senkung des glomerulären Drucks. Steigt es stärker, muss eine Nierenarterienstenose ausgeschlossen werden.
Therapie
Kontraindiziert in der Schwangerschaft wegen Fruchtschädigung, bei beidseitiger Nierenarterienstenose, bei Hyperkaliämie und bei früherem Angioödem. Vorsicht in Kombination mit kaliumsparenden Diuretika, Kaliumsupplementen und NSAR.
Komplikationen
Häufigste ist der trockene Reizhusten bei bis zu 15 Prozent, verursacht durch die Bradykininanreicherung. Weiter Hyperkaliämie durch den Aldosteronabfall, ein initialer Kreatininanstieg, Hypotonie besonders nach der ersten Gabe, Schwindel, Geschmacksstörungen. Selten, aber lebensbedrohlich ist das Angioödem mit Schwellung von Lippen, Zunge und Larynx.
Merke
Bei Reizhusten wird auf ein Sartan umgestellt, das denselben Nutzen hat, aber den Bradykininabbau nicht hemmt. Nach einem Angioödem sind ACE-Hemmer dagegen dauerhaft tabu.