Antwort
Sichere Frakturzeichen sind abnorme Beweglichkeit, Krepitation, sichtbare Fehlstellung mit Achsabweichung, sichtbare Knochenfragmente bei offener Fraktur und der radiologische Nachweis des Bruchspalts.
Klinik
Diagnostisch folgt das Röntgenbild in zwei Ebenen mit Darstellung der angrenzenden Gelenke. Bei fortbestehendem Verdacht trotz unauffälligem Bild — klassisch bei der Skaphoidfraktur und bei Ermüdungsbrüchen — folgen Ruhigstellung mit Kontrolle nach 10 bis 14 Tagen, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie. Beim Kind ist zusätzlich die Fraktursonographie etabliert.
Diagnostik
Unsichere Zeichen sind dagegen Schmerz, Schwellung, Hämatom, Rötung, Überwärmung und Funktionseinschränkung. Sie kommen ebenso bei Prellung, Distorsion, Bandverletzung und Luxation vor. Ihr Fehlen schließt eine Fraktur nicht aus — Ermüdungsbrüche und Frakturen ohne Verschiebung können mit minimalen Beschwerden einhergehen.
Therapie
Wichtig ist die Untersuchungstechnik: Abnorme Beweglichkeit und Krepitation dürfen nicht aktiv geprüft werden. Sie werden allenfalls beiläufig bemerkt; das gezielte Auslösen ist schmerzhaft und kann Gefäße, Nerven und Weichteile zusätzlich schädigen sowie eine geschlossene in eine offene Fraktur verwandeln. Geprüft und dokumentiert werden stattdessen immer Durchblutung, Motorik und Sensibilität distal der Verletzung — vor und nach jeder Maßnahme.
Merke
Der Kernsatz: Ein unauffälliges Röntgenbild schließt eine Fraktur nicht aus. Bei klinischem Verdacht wird ruhiggestellt und kontrolliert, nicht entlassen. Und die übersehene Skaphoidfraktur ist der klassische Fall, der zur Pseudarthrose mit Nekrose führt.