Definition
Die schwerste Verlaufsform der Clostridioides-difficile-Infektion. Auf der Kolonschleimhaut bilden sich gelblich-weiße Beläge aus Fibrin, Schleim und Leukozyten, die Pseudomembranen.
Ätiologie
Auslöser ist fast immer eine vorangegangene Antibiotikatherapie, die die Darmflora zerstört, klassisch Clindamycin, Cephalosporine, Fluorchinolone und Aminopenicilline. Die Toxine A und B schädigen das Zytoskelett der Enterozyten. Weitere Risikofaktoren sind hohes Alter, Krankenhausaufenthalt, Protonenpumpenhemmer und Immunsuppression.
Klinik
Wässrige, oft übelriechende Durchfälle, krampfartige Bauchschmerzen, Fieber und ausgeprägte Leukozytose.
Diagnostik
Stufendiagnostik im Stuhl: Screening auf Glutamatdehydrogenase, Bestätigung mit Toxinnachweis, bei Diskrepanz PCR. Endoskopisch die typischen Pseudomembranen; die Koloskopie ist wegen Perforationsgefahr aber zurückhaltend zu stellen.
Therapie
Auslösendes Antibiotikum wenn möglich absetzen. Mittel der Wahl ist orales Vancomycin, alternativ Fidaxomicin. Metronidazol nur noch als Reserve bei fehlender Verfügbarkeit. Bei Rezidiven Fidaxomicin oder fäkaler Mikrobiomtransfer.
Komplikationen
Toxisches Megakolon, Perforation, paralytischer Ileus und Sepsis. Beim Megakolon droht die Kolektomie.
Merke
Kontaktisolierung ist Pflicht. Händedesinfektionsmittel wirken gegen die Sporen nicht, deshalb müssen die Hände zusätzlich mit Wasser und Seife gewaschen werden.