Definition
Eine abgekapselte Eiteransammlung in einem Hohlraum, der durch die Einschmelzung von Gewebe neu entstanden ist. Abzugrenzen ist das Empyem, bei dem sich Eiter in einer vorbestehenden Körperhöhle sammelt, etwa im Pleuraspalt oder im Gelenk.
Ätiologie
Häufigster Erreger ist Staphylococcus aureus. Begünstigend wirken Diabetes mellitus, Immunsuppression, intravenöser Drogenkonsum und Fremdkörper.
Klinik
Die klassischen Entzündungszeichen Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerz und Funktionseinschränkung, dazu als spezifisches Zeichen die Fluktuation. Bei tiefer Lage können äußere Zeichen fehlen und nur Fieber und CRP-Anstieg auffallen.
Diagnostik
Sonographie zeigt eine echoarme Formation mit Randsaum. Bei tiefen Abszessen Computertomographie. Immer Material für die mikrobiologische Untersuchung gewinnen.
Therapie
Entscheidend ist die Entlastung durch Inzision und Drainage oder perkutane Punktion. Antibiotika sind nur ergänzend indiziert, etwa bei Begleitphlegmone, Fieber, Immunsuppression oder Lokalisation im Gesicht.
Merke
Ubi pus, ibi evacua – wo Eiter ist, dort entleere ihn. Ein Abszess heilt unter Antibiotika allein nicht ab, weil die Kapsel den Wirkstoff nicht durchlässt.