Definition
Eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der Antikörper gegen den TSH-Rezeptor gebildet werden. Diese wirken stimulierend wie TSH selbst, sodass die Drüse unabhängig von der hypophysären Steuerung Hormone produziert.
Klinik
Die Merseburger Trias aus Struma, Tachykardie und Exophthalmus, wobei sie nur bei einem Teil der Patienten vollständig auftritt. Dazu Gewichtsverlust bei gutem Appetit, Wärmeintoleranz, Schwitzen, Unruhe, feinschlägiger Tremor, Diarrhö, Schlaflosigkeit und Vorhofflimmern. Die endokrine Orbitopathie mit Exophthalmus, Lidretraktion und Doppelbildern ist eine eigenständige Autoimmunreaktion gegen retrobulbäres Gewebe, seltener das prätibiale Myxödem.
Diagnostik
TSH supprimiert, fT3 und fT4 erhöht. Beweisend sind TSH-Rezeptor-Antikörper, ergänzend TPO-Antikörper. Sonographie zeigt eine diffus vergrößerte, echoarme Schilddrüse mit stark vermehrter Durchblutung im Farbdoppler, dem sogenannten vaskulären Inferno. In der Szintigraphie diffus erhöhte Speicherung.
Therapie
Zunächst thyreostatisch mit Thiamazol über 12 bis 18 Monate, dazu Betablocker gegen die adrenergen Symptome. Etwa die Hälfte bleibt danach in Remission. Bei Rezidiv definitive Therapie mit Radiojod oder Thyreoidektomie.
Merke
Rauchen ist der stärkste beeinflussbare Risikofaktor für die endokrine Orbitopathie und verschlechtert deren Verlauf erheblich. Bei ausgeprägter Orbitopathie wird die Radiojodtherapie zurückhaltend eingesetzt, weil sie den Augenbefund verschlimmern kann.