Definition
Eine chronische Autoimmunthyreoiditis mit lymphozytärer Infiltration und fortschreitender Zerstörung des Schilddrüsengewebes. Sie ist in Deutschland die häufigste Ursache einer Hypothyreose.
Ätiologie
Autoantikörper gegen die thyreoidale Peroxidase und gegen Thyreoglobulin. Frauen sind etwa achtmal häufiger betroffen, Häufigkeitsgipfel zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Gehäuft gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes, Zöliakie, Vitiligo und Morbus Addison.
Klinik
Meist schleichend mit Müdigkeit, Kälteintoleranz, Gewichtszunahme, Obstipation, trockener Haut, Haarausfall, Bradykardie, depressiver Verstimmung und Zyklusstörungen. Zu Beginn kann durch Zerfall der Follikel vorübergehend eine Hyperthyreose auftreten, die sogenannte Hashitoxikose. Die Drüse ist meist atroph, seltener vergrößert.
Diagnostik
TSH erhöht bei erniedrigtem oder noch normalem fT4, deutlich erhöhte TPO-Antikörper. Sonographisch eine echoarme, inhomogene, oft verkleinerte Schilddrüse. Eine Szintigraphie ist nicht erforderlich.
Therapie
Substitution mit Levothyroxin, einschleichend besonders bei älteren Patienten und koronarer Herzkrankheit, Kontrolle des TSH nach sechs bis acht Wochen. Eingenommen wird nüchtern 30 Minuten vor dem Frühstück.
Merke
In der Schwangerschaft steigt der Bedarf um etwa 25 bis 50 Prozent und muss früh angepasst werden, weil eine unbehandelte Hypothyreose die kindliche Hirnentwicklung beeinträchtigt.