Kenntnisprüfung Niedersachsen · Gastroenterologie · Beispielfrage aus der App

Was ist First-Pass-Effekt?

Eine typische Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Gastroenterologie – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch der mündlichen Kenntnisprüfung sagt: gegliedert, mit den Zahlen und Begriffen, auf die es ankommt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.

Antwort

Nach oraler Gabe wird ein Wirkstoff aus dem Darm resorbiert und gelangt über die Pfortader zuerst in die Leber. Dort und schon in der Darmwand wird ein Teil abgebaut, noch bevor die Substanz überhaupt in den großen Kreislauf gelangt. Diesen Verlust auf dem Weg zum Wirkort nennt man First-Pass-Effekt. Er senkt die Bioverfügbarkeit, weshalb die orale Dosis bei betroffenen Substanzen deutlich über der intravenösen liegen muss.

Therapie

Umgehen lässt sich das über Applikationswege, die die Pfortader nicht passieren: intravenös, sublingual, transdermal, inhalativ sowie eingeschränkt rektal, da die unteren Rektumvenen direkt in die untere Hohlvene münden.

Komplikationen

Bei Leberzirrhose ist der Abbau vermindert und die Bioverfügbarkeit steigt. Eine unveränderte Standarddosis kann dann zur Überdosierung führen.

Merke

Typische Beispiele sind Glyceroltrinitrat, Propranolol, Morphin und Lidocain. Glyceroltrinitrat wird deshalb sublingual gegeben.

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