Definition
Die Undichtigkeit einer operativ angelegten Verbindung zwischen zwei Hohlorganen, mit Austritt von Darminhalt oder Sekret in die freie Bauchhöhle oder in einen abgekapselten Raum.
Klinik
Typisch am vierten bis siebten postoperativen Tag: erneuter Fieberanstieg, Tachykardie, zunehmende Schmerzen, ausbleibende oder erneut sistierende Darmtätigkeit, trübes oder fäkulentes Drainagesekret, Peritonitiszeichen bis zur Sepsis. Im Labor CRP-Anstieg oder ausbleibender Abfall und Leukozytose.
Diagnostik
Computertomographie des Abdomens mit oralem oder rektalem Kontrastmittel als Methode der Wahl, alternativ endoskopische Beurteilung. Bei eindeutiger Peritonitis wird ohne weitere Diagnostik revidiert.
Therapie
Kleine, gedeckte Insuffizienz mit stabilem Patienten: konservativ mit Antibiotika, Nahrungskarenz und interventioneller Drainage. Große Insuffizienz oder septischer Patient: operative Revision mit Übernähung, Neuanlage oder Diskontinuitätsresektion mit Stomaanlage.
Merke
Der zuverlässigste Frühindikator ist ein CRP, das nach dem dritten postoperativen Tag nicht abfällt. Ein protektives Stoma verhindert die Insuffizienz nicht, mildert aber ihre Folgen.