Definition
Pneumothorax mit Ventilmechanismus: Bei jeder Inspiration gelangt Luft in den Pleuraspalt, kann aber nicht mehr entweichen. Der intrapleurale Druck steigt fortlaufend an.
Ätiologie
Traumatisch bei Rippenserienfraktur oder penetrierender Thoraxverletzung, iatrogen nach Anlage eines zentralen Venenkatheters oder nach Pleurapunktion, unter Überdruckbeatmung, selten aus einem Spontanpneumothorax heraus.
Klinik
Akute Dyspnoe und Thoraxschmerz, Tachykardie, Hypotonie. Einseitig aufgehobenes Atemgeräusch, hypersonorer Klopfschall, gestaute Halsvenen, Trachealverlagerung zur Gegenseite.
Diagnostik
Klinische Blickdiagnose. Die Sonographie zeigt ein fehlendes Pleuragleiten. Ein Röntgenbild nur beim kreislaufstabilen Patienten.
Therapie
Sofortige Entlastungspunktion mit großlumiger Kanüle, im 2. Interkostalraum medioklavikulär nach Monaldi oder im 4. bis 5. Interkostalraum in der vorderen Axillarlinie nach Bülau. Anschließend immer definitive Thoraxdrainage.
Komplikationen
Mediastinalverlagerung mit Abknicken der großen Venen, Abfall des venösen Rückstroms, obstruktiver Schock und Herz-Kreislauf-Stillstand.
Merke
Beim instabilen Patienten wird punktiert, nicht geröntgt.