Definition
Beide sind obstruktive Atemwegserkrankungen, unterscheiden sich aber in Ursache, Reversibilität und Verlauf. Asthma ist eine chronisch entzündliche Erkrankung mit anfallsweiser, weitgehend reversibler Bronchialobstruktion. Die COPD ist eine dauerhafte, nur teilreversible Obstruktion, die fortschreitet.
Ätiologie
Asthma beginnt meist im Kindes- oder Jugendalter, oft allergisch, mit positiver Familien- und Atopieanamnese. Die COPD entsteht typischerweise jenseits des 40. Lebensjahres, in Deutschland weit überwiegend durch Rauchen, seltener durch berufliche Stäube oder einen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel.
Klinik
Beim Asthma anfallsweise Luftnot mit beschwerdefreien Intervallen, oft nachts und in den frühen Morgenstunden, ausgelöst durch Allergene, Infekte oder Kälte. Bei der COPD Belastungsdyspnoe mit langsamer Zunahme über Jahre, chronischer Husten und Auswurf.
Diagnostik
Entscheidend ist die Spirometrie mit Bronchospasmolysetest. Ein Anstieg der Einsekundenkapazität um mindestens 12 Prozent und 200 Milliliter nach Salbutamol spricht für Asthma. Bleibt der Tiffeneau-Index nach Bronchodilatation unter 0,7, liegt eine COPD vor. Beim Asthma finden sich häufig Eosinophilie und erhöhtes IgE.
Therapie
Asthma: inhalatives Kortikosteroid als Basis, kombiniert mit einem lang wirksamen Beta-2-Sympathomimetikum. Die COPD wird primär bronchodilatatorisch mit lang wirksamen Anticholinergika und Beta-2-Sympathomimetika behandelt; inhalative Steroide nur bei häufigen Exazerbationen oder Eosinophilie. Rauchstopp ist die einzige Maßnahme, die den Verlauf der COPD bremst.
Merke
Asthma ist variabel und reversibel, die COPD ist konstant und progredient. Der entscheidende Test ist die Reversibilität nach Bronchodilatation.