Definition
Eine bakterielle Infektion der Gallenwege, praktisch immer auf dem Boden einer Abflussstörung. Das gestaute Gallensystem wird aufsteigend aus dem Duodenum besiedelt, meist mit Escherichia coli, Klebsiellen oder Enterokokken.
Ätiologie
Häufigste Ursache ist ein Stein im Ductus choledochus. Weiter: benigne Stenosen, Tumoren des Pankreaskopfes oder der Papille, verlegte Stents und Zustand nach ERCP.
Klinik
Charcot-Trias aus Fieber mit Schüttelfrost, Ikterus und rechtsseitigem Oberbauchschmerz. Kommen Verwirrtheit und Hypotonie hinzu, spricht man vom Reynolds-Pentagramm; das kennzeichnet die septische Cholangitis.
Diagnostik
Labor mit Leukozytose, CRP-Anstieg und Cholestase, also erhöhter alkalischer Phosphatase, Gamma-GT und Bilirubin. Sonographie zeigt erweiterte Gallenwege. Weiterführend MRCP oder direkt ERCP.
Therapie
Sofort intravenöse Antibiotika nach Blutkulturabnahme und Volumensubstitution. Entscheidend ist die Entlastung: ERCP mit Papillotomie und Steinextraktion, möglichst innerhalb von 24 Stunden, bei septischem Verlauf notfallmäßig. Später Cholezystektomie.
Merke
Antibiotika allein reichen nicht. Ohne Beseitigung des Abflusshindernisses bleibt die Infektion bestehen.