Antwort
Beim kolorektalen Karzinom hat kein Laborwert diagnostische Bedeutung. Das Labor dient der Beurteilung des Allgemeinzustands, der Operabilität und dem Verlauf.
Klinik
Das CEA eignet sich nicht zum Screening und nicht zur Diagnosestellung: Es ist bei frühen Tumoren oft normal und bei Rauchern, Leberzirrhose, entzündlichen Darmerkrankungen und anderen Tumoren erhöht. Seinen Wert hat es im Verlauf — präoperativ bestimmt, postoperativ abfallend, und ein erneuter Anstieg in der Nachsorge ist ein früher Rezidivhinweis.
Diagnostik
Blutbild mit der Frage nach Eisenmangelanämie — häufig der erste Hinweis überhaupt, besonders beim rechtsseitigen Karzinom. Eisenstatus mit Ferritin und Transferrinsättigung. Leberwerte und alkalische Phosphatase mit Blick auf Lebermetastasen, Nierenwerte und Elektrolyte vor Kontrastmittel und Chemotherapie, Gerinnung und Blutgruppe vor der Operation, Albumin und Gesamteiweiß als Ernährungs- und Prognosemarker, LDH als unspezifischer Tumormarker. Als Tumormarker das carcinoembryonale Antigen, CEA. Der immunologische Test auf okkultes Blut im Stuhl gehört zur Vorsorge, nicht zur Diagnostik eines bekannten Tumors.
Therapie
Am Tumorgewebe selbst werden molekulare Marker bestimmt, die die Therapie steuern: RAS- und BRAF-Mutationsstatus vor der Gabe von EGFR-Antikörpern sowie die Mismatch-Reparatur beziehungsweise Mikrosatelliteninstabilität — letztere auch als Hinweis auf ein Lynch-Syndrom und als Voraussetzung für eine Immuntherapie.
Merke
Der Satz für die Prüfung: Ein normales CEA schließt ein Kolonkarzinom nicht aus. Die Diagnose stellt die Koloskopie mit Biopsie, nicht das Labor.