Antwort
Rhythmuskontrolle bedeutet, beim Vorhofflimmern den Sinusrhythmus wiederherzustellen und zu erhalten. Die Alternative ist die Frequenzkontrolle, bei der das Vorhofflimmern belassen und nur die Kammerfrequenz gesenkt wird.
Diagnostik
Bevorzugt wird die Rhythmuskontrolle bei symptomatischen Patienten trotz Frequenzkontrolle, bei jungen Patienten, bei erstmals aufgetretenem Vorhofflimmern und bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion. Eine frühe Rhythmuskontrolle innerhalb des ersten Jahres verbessert die Prognose.
Therapie
Zur Wiederherstellung dient die elektrische Kardioversion, synchronisiert und in Kurznarkose, oder die medikamentöse Kardioversion mit Flecainid oder Propafenon beim herzgesunden Patienten, mit Amiodaron bei struktureller Herzerkrankung. Zum Erhalt dienen Antiarrhythmika oder die Katheterablation mit Pulmonalvenenisolation.
Komplikationen
Vor jeder Kardioversion muss die Antikoagulation stimmen: entweder drei Wochen therapeutisch antikoaguliert oder ein Thrombus im linken Vorhofohr transösophageal ausgeschlossen. Danach mindestens vier Wochen weiter antikoagulieren.
Merke
Die Antikoagulation richtet sich nach dem CHA2DS2-VASc-Score, nicht danach, ob der Sinusrhythmus wiederhergestellt wurde. Sie wird bei Risikopatienten also auch nach erfolgreicher Kardioversion fortgeführt.