Antwort
Dialysiert wird bei absoluten Indikationen, die sich mit dem Merkwort AEIOU zusammenfassen lassen: Azidose, Elektrolytentgleisung, Intoxikation, Overload und Urämie.
Klinik
Bei der chronischen Niereninsuffizienz wird nicht nach einem starren Grenzwert entschieden, sondern nach Beschwerden und Verlauf — meist bei einer geschätzten Filtrationsrate zwischen 6 und 10 Millilitern pro Minute, früher bei Beschwerden. Wichtig ist die rechtzeitige Vorbereitung: Der Shunt am Unterarm muss Monate vorher angelegt werden, damit er reifen kann.
Diagnostik
Im Einzelnen: therapierefraktäre metabolische Azidose mit pH unter 7,15 bis 7,2; therapierefraktäre Hyperkaliämie über 6,5 Millimol pro Liter oder mit EKG-Veränderungen; dialysierbare Vergiftungen wie Methanol, Ethylenglykol, Lithium, Salicylate und Metformin mit Laktatazidose; therapierefraktäre Überwässerung mit Lungenödem; urämische Komplikationen mit Perikarditis, Enzephalopathie, Krampfanfall oder Blutungsneigung. Dazu die anhaltende Anurie über etwa 12 Stunden trotz adäquater Therapie.
Therapie
Verfahren: intermittierende Hämodialyse, kontinuierliche Verfahren auf der Intensivstation bei instabilem Kreislauf, sowie die Peritonealdialyse als Heimverfahren.
Merke
Der Merksatz AEIOU ist das, was Prüfer hören wollen. Ergänzend gilt: Der Kreatininwert allein ist keine Dialyseindikation. Man dialysiert den Patienten und seine Komplikationen, nicht die Zahl. Und beim Dialysepatienten schont man die Armvenen — dort wird kein Zugang gelegt und kein Blut abgenommen, weil die Gefäße für den Shunt gebraucht werden.