Kenntnisprüfung Niedersachsen · Nephrologie und Urologie · Beispielfrage aus der App

Wann macht man Dialyse?

Eine typische Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Nephrologie und Urologie – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch der mündlichen Kenntnisprüfung sagt: gegliedert, mit den Zahlen und Begriffen, auf die es ankommt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.

Antwort

Dialysiert wird bei absoluten Indikationen, die sich mit dem Merkwort AEIOU zusammenfassen lassen: Azidose, Elektrolytentgleisung, Intoxikation, Overload und Urämie.

Klinik

Bei der chronischen Niereninsuffizienz wird nicht nach einem starren Grenzwert entschieden, sondern nach Beschwerden und Verlauf — meist bei einer geschätzten Filtrationsrate zwischen 6 und 10 Millilitern pro Minute, früher bei Beschwerden. Wichtig ist die rechtzeitige Vorbereitung: Der Shunt am Unterarm muss Monate vorher angelegt werden, damit er reifen kann.

Diagnostik

Im Einzelnen: therapierefraktäre metabolische Azidose mit pH unter 7,15 bis 7,2; therapierefraktäre Hyperkaliämie über 6,5 Millimol pro Liter oder mit EKG-Veränderungen; dialysierbare Vergiftungen wie Methanol, Ethylenglykol, Lithium, Salicylate und Metformin mit Laktatazidose; therapierefraktäre Überwässerung mit Lungenödem; urämische Komplikationen mit Perikarditis, Enzephalopathie, Krampfanfall oder Blutungsneigung. Dazu die anhaltende Anurie über etwa 12 Stunden trotz adäquater Therapie.

Therapie

Verfahren: intermittierende Hämodialyse, kontinuierliche Verfahren auf der Intensivstation bei instabilem Kreislauf, sowie die Peritonealdialyse als Heimverfahren.

Merke

Der Merksatz AEIOU ist das, was Prüfer hören wollen. Ergänzend gilt: Der Kreatininwert allein ist keine Dialyseindikation. Man dialysiert den Patienten und seine Komplikationen, nicht die Zahl. Und beim Dialysepatienten schont man die Armvenen — dort wird kein Zugang gelegt und kein Blut abgenommen, weil die Gefäße für den Shunt gebraucht werden.

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