Antwort
Die Fußheberschwäche entsteht durch Ausfall der vom Nervus peroneus versorgten Muskulatur. Die Ursache kann peripher am Nerv, an der Nervenwurzel oder zentral liegen.
Ätiologie
Am häufigsten die Peroneusläsion am Fibulaköpfchen, wo der Nerv oberflächlich verläuft: durch Druck bei Beinübereinanderschlagen, Gips, Lagerung im OP, langem Hocken oder nach Knietrauma. Radikulär bei Bandscheibenvorfall L4/L5 mit Kompression der Wurzel L5. Polyneuropathie bei Diabetes oder Alkohol. Zentral bei Schlaganfall im Bereich des Mantelkantensyndroms, bei Multipler Sklerose oder spinalen Prozessen. Weiter Kompartmentsyndrom der Tibialisloge, Vaskulitis und Motoneuronerkrankungen.
Klinik
Klinisch fällt der Steppergang auf: Der Patient hebt das Knie übermäßig an, damit die Fußspitze nicht schleift.
Diagnostik
Zur Unterscheidung dient die Muskelprüfung: Bei der Peroneusläsion ist nur die Fußhebung und die Pronation betroffen, die Hüftabduktion bleibt normal. Bei der L5-Wurzelläsion ist zusätzlich die Zehenheberkraft und die Hüftabduktion durch den Musculus gluteus medius geschwächt, und es besteht ein radikuläres Sensibilitätsmuster mit Schmerzausstrahlung. Zentral sind die Reflexe gesteigert und die Pyramidenbahnzeichen positiv.
Merke
Peroneusläsion und L5-Syndrom werden häufig verwechselt. Der einfachste Unterscheider am Bett ist die Hüftabduktion: Ist sie mitbetroffen, liegt die Läsion an der Wurzel, nicht am Nerv.