Antwort
Der Ablauf ist standardisiert und rechtlich verbindlich: Indikation und Aufklärung, Blutgruppenbestimmung, Verträglichkeitsprüfung, Bedside-Test, Transfusion unter Beobachtung, Dokumentation.
Diagnostik
Im Labor werden AB0-Gruppe und Rhesusfaktor bestimmt, dazu der Antikörpersuchtest als indirekter Coombs-Test und die Kreuzprobe zwischen Patientenserum und Spendererythrozyten. Unmittelbar vor der Transfusion führt der transfundierende Arzt selbst den Bedside-Test durch, also die AB0-Kontrolle am Patientenbett.
Therapie
Vor Anschluss: Identität des Patienten, Konservennummer, Blutgruppe und Verfallsdatum abgleichen und die Konserve auf Unversehrtheit prüfen. Ein Erythrozytenkonzentrat wird über einen Standardfilter in ein bis zwei Stunden transfundiert, bei Kreislaufbelastung langsamer. Die ersten Minuten bleibt der Arzt am Bett, Vitalparameter vor Beginn, kurz nach Beginn und nach Abschluss.
Komplikationen
Bei Fieber, Schüttelfrost, Luftnot, Rückenschmerz oder Blutdruckabfall sofort stoppen, Zugang belassen, Konserve mit Besteck asservieren und ins Labor senden. Dokumentation und Aufbewahrung der Daten sind nach Transfusionsgesetz vorgeschrieben.
Merke
Der Bedside-Test prüft ausschließlich das Blut des Patienten und ist nicht delegierbar. Die AB0-Verwechslung ist die häufigste tödliche Transfusionskomplikation und praktisch immer ein Organisationsfehler.