Fachsprachprüfung Pharmazie · Stoffwechsel · Fall aus der App „FSP Apotheker“
Fall: Metformin 1000 mg
Beratungsgespräch, AMK-Berichtsbogen, Kollegengespräch und Prüferfragen
Ein Übungsfall für die Fachsprachprüfung für Apothekerinnen und Apotheker: 42 Gesprächszüge im Beratungsgespräch, der AMK-Berichtsbogen mit 30 ausgefüllten Feldern, das Kollegengespräch, 10 Prüferfragen und 20 Fachbegriffe. Hier stehen die ersten Abschnitte des Gesprächs – Begrüßung und Anliegen und Anamnese, 11 Züge – zum Lesen; alles Weitere ist in der App.
- ArzneimittelMetformin · Biguanid · Filmtabletten 1000 mg · verschreibungspflichtig
- AnwendungsgebietDiabetes mellitus Typ 2
- PatientinFatma Özdemir, 58 Jahre (erfunden)
- NebenwirkungAnhaltender Durchfall und Bauchkrämpfe seit Erhöhung der Dosis
Teil 1: Das Beratungsgespräch – der Anfang
Links die Apothekerin, rechts die Patientin; darunter der Beratungspunkt, der daraus festgehalten wird, und gelegentlich ein Tipp. Lesen Sie die Antwort der Patientin und formulieren Sie Ihre nächste Frage laut und laienverständlich, bevor Sie weiterlesen.
Begrüßung und Anliegen
ApothekerinGuten Tag, was kann ich für Sie tun?
PatientinGuten Tag. Ich habe ein neues Rezept, die Zuckertabletten. Der Arzt hat die Menge erhöht.
Tipp„Die Menge erhöht“ ist der Schlüssel des Falls. Notieren Sie ihn und kommen Sie später darauf zurück.
ApothekerinGern. Auf dem Rezept steht Metformin 1000 Milligramm. Ist es für Sie?
PatientinJa, für mich.
BeratungspunktFür wen — Patientin selbst
ApothekerinDamit ich Sie gut beraten kann, hätte ich einige Fragen. Ist Ihnen das recht?
PatientinJa, fragen Sie ruhig.
Anamnese
ApothekerinSeit wann nehmen Sie Metformin?
PatientinSeit zwei Jahren. Erst 500, dann 850, und jetzt soll ich 1000 nehmen, zweimal am Tag.
BeratungspunktVorerfahrung — Metformin seit 2 Jahren, stufenweise gesteigert auf 2 × 1000 mg
TippDie Aufdosierung in Stufen ist bei Metformin Absicht: Sie schont den Magen-Darm-Trakt. Der Verlauf sagt Ihnen, wo die Patientin steht.
ApothekerinWissen Sie, wie Ihr Langzeitwert zuletzt war?
PatientinDer Arzt sagte 8,1. Zu hoch, deshalb die Erhöhung.
BeratungspunktStoffwechsellage — HbA1c zuletzt 8,1 %, deshalb Dosiserhöhung
TippNach dem Langzeitwert zu fragen zeigt, dass Sie die Therapie mitdenken. Er ist kein Geheimnis — die meisten Patienten kennen ihn.
ApothekerinSind bei Ihnen weitere Erkrankungen bekannt, besonders an Nieren, Leber oder Herz?
PatientinDie Niere sei etwas schwach, sagte er. Aber nicht schlimm.
BeratungspunktVorerkrankungen — eingeschränkte Nierenfunktion, Ausmaß der Patientin nicht bekannt
TippBei Metformin ist die Nierenfunktion die entscheidende Angabe. Fragen Sie nach, auch wenn die Antwort vage bleibt — die Vagheit selbst ist ein Befund.
ApothekerinWissen Sie, ob der Arzt einen Nierenwert bestimmt hat? Manchmal steht eine Zahl im Befund, die eGFR.
PatientinIch glaube 52 oder so. Ich habe den Zettel dabei — hier.
BeratungspunktNierenfunktion — eGFR 52 ml/min laut mitgebrachtem Laborbefund
TippWenn ein Befund vorliegt, schauen Sie hinein. Bei einer eGFR zwischen 45 und 59 ist Metformin möglich, die Dosis aber zu begrenzen — das gehört später ins Gespräch mit dem Arzt.
ApothekerinWelche Medikamente nehmen Sie sonst noch?
PatientinRamipril für den Blutdruck, Simvastatin abends, und Pantoprazol für den Magen.
BeratungspunktBegleitmedikation — Ramipril, Simvastatin, Pantoprazol
ApothekerinNehmen Sie gelegentlich Schmerzmittel?
PatientinIbuprofen, wenn die Knie weh tun. Zwei-, dreimal die Woche.
BeratungspunktBegleitmedikation — Ibuprofen 2–3 × wöchentlich bei Kniebeschwerden
TippIbuprofen zusammen mit Ramipril und einer eingeschränkten Niere ist hier ein eigenes Thema. Fragen Sie danach, auch wenn kein Rezept vorliegt.
ApothekerinHaben Sie Allergien oder Unverträglichkeiten?
PatientinNein.
BeratungspunktAllergien — keine bekannt
ApothekerinTrinken Sie Alkohol, und rauchen Sie?
PatientinAlkohol nie. Geraucht habe ich nie.
BeratungspunktGenussmittel — Nichtraucherin, kein Alkoholkonsum
TippBei Metformin ist die Alkoholfrage keine Formalität: Alkohol erhöht das Risiko der Laktatazidose deutlich.
Was in der App folgt
Weiter im Beratungsgespräch (31 weitere Züge):
- Das Arzneimittel (2 Gesprächszüge)
- Anwendung und Dosierung (5 Gesprächszüge)
- Nebenwirkungen (4 Gesprächszüge)
- Wechselwirkungen (3 Gesprächszüge)
- Aufbewahrung (2 Gesprächszüge)
- Entsorgung (2 Gesprächszüge)
- Hinweise und Grenzen der Selbstmedikation (2 Gesprächszüge)
- Die aufgetretene Nebenwirkung (9 Gesprächszüge)
- Abschluss (2 Gesprächszüge)
Teil 2: AMK-Berichtsbogen – 30 Felder in 8 Teilen:
- Patient/in
- Beobachtete unerwünschte Wirkung
- Arzneimittel
- Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten
- Relevante Untersuchungsergebnisse
- Maßnahmen/Therapie
- Folgen und Verlauf
- Apotheke
Teil 3: Kollegengespräch – die Übergabe in 7 Blöcken:
- Anlass
- Die Patientin
- Das Arzneimittel
- Die Nebenwirkung
- Angaben aus der Fachinformation
- Einordnung
- Weiteres Vorgehen
Teil 4: Prüferfragen – 10 Fragen mit Antwort, zu Wirkstoff, Anwendung, Sicherheit, Nebenwirkung, Wechselwirkung, Langzeit, Bogen, Kommunikation.
Teil 5: Fachbegriffe – 20 Begriffe dieses Falls, Fachsprache und Laiensprache.
Den ganzen Fall üben
Das ganze Beratungsgespräch, den AMK-Berichtsbogen, das Kollegengespräch, die Prüferfragen mit Antworten und die Fachbegriffe dieses Falls gibt es in der App „FSP Apotheker“ – im Browser, auf dem iPhone und iPad oder auf Android. Die Vollversion im Browser kostet einmalig 29,99 € – kein Abo, kein Konto.
Ein Kauf im App Store oder bei Google Play gilt nur dort, ein Kauf im Browser nur im Browser.
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