Antwort
Durch Zentrifugation von frischem Mittelstrahlurin. Die festen Bestandteile setzen sich als Bodensatz ab und werden mikroskopisch beurteilt.
Klinik
Beurteilt werden: Erythrozyten mit der entscheidenden Frage nach Akanthozyten, also verformten Erythrozyten mit Membranausstülpungen, die für eine glomeruläre Blutung sprechen; Leukozyten als Hinweis auf Infektion oder interstitielle Nephritis; Zylinder — hyaline unspezifisch, Erythrozytenzylinder beweisend für eine Glomerulonephritis, Leukozytenzylinder für eine Pyelonephritis, granulierte und Wachszylinder bei chronischem Schaden; Epithelien, Bakterien, Pilze und Kristalle.
Diagnostik
Vorgehen: etwa 10 Milliliter frischer Mittelstrahlurin, möglichst der zweite Morgenurin, werden 5 Minuten bei rund 1500 bis 2000 Umdrehungen pro Minute zentrifugiert. Der Überstand wird abgegossen, der Bodensatz im verbleibenden Rest aufgeschüttelt, ein Tropfen auf den Objektträger gebracht und mit Deckglas bei 400-facher Vergrößerung im Phasenkontrast beurteilt.
Therapie
Der Urin muss innerhalb von 1 bis 2 Stunden verarbeitet werden. Steht er länger, zerfallen Zylinder und Zellen, Bakterien vermehren sich und der pH steigt — das Ergebnis wird unbrauchbar.
Merke
Der wichtigste Befund ist die Unterscheidung der Blutungsquelle: Akanthozyten über 5 Prozent, Erythrozytenzylinder und begleitende Proteinurie sprechen für eine glomeruläre Ursache und gehören zum Nephrologen. Gleichförmige, unverformte Erythrozyten sprechen für eine postglomeruläre Ursache — Stein, Tumor, Infektion — und gehören zum Urologen.