Kenntnisprüfung Niedersachsen · Allgemeinmedizin und Grundlagen · Beispielfrage aus der App
Wie entsteht Schmerz nach eine Verletzung?
Eine typische Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Allgemeinmedizin und Grundlagen – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch der mündlichen Kenntnisprüfung sagt: gegliedert, mit den Zahlen und Begriffen, auf die es ankommt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.
Antwort
Die Gewebsverletzung setzt aus zerstörten Zellen und Entzündungszellen Mediatoren frei: Bradykinin, Prostaglandine, Histamin, Serotonin, Protonen und Zytokine. Diese erregen die Nozizeptoren, das sind freie Nervenendigungen in Haut, Muskel und Gelenk. Die Erregung läuft über schnelle myelinisierte A-delta-Fasern für den sofortigen scharfen Schmerz und langsame marklose C-Fasern für den nachfolgenden dumpfen Schmerz zum Hinterhorn des Rückenmarks. Dort wird sie auf das zweite Neuron umgeschaltet, kreuzt zur Gegenseite und zieht über den Tractus spinothalamicus zum Thalamus und weiter zum somatosensorischen Kortex, wo der Schmerz bewusst wird.
Komplikationen
Die Mediatoren senken zugleich die Reizschwelle der Nozizeptoren. So entsteht die periphere Sensibilisierung mit Hyperalgesie im verletzten Gebiet und Allodynie in der Umgebung. Hält der Reiz an, sensibilisiert auch das Hinterhorn, und der Schmerz kann chronifizieren.
Merke
Genau an der Mediatorbildung greifen die nichtsteroidalen Antirheumatika an: Sie hemmen die Cyclooxygenase und damit die Prostaglandinsynthese, wirken also peripher am Ort der Verletzung.
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